NLB: Es liegt alles in deinen eigenen Händen! 

Am Samstag kommt es zum Klassiker in der NLB: Der SHC Grenchen-Limpachtal empfängt in der BSB+Arena in Grenchen den SV Gals. Wer die Tabelle betrachtet wird feststellen, dass es kein Spitzenkampf ist wie in den vergangenen Saisons. Der Affiche mag dies jedoch nichts anzuhaben. 

 

Ja, es sind spezielle Duelle zwischen den beiden Teams. Es hat sich eine in der heutigen Zeit rare Rivalität entwickelt. Auf dem Platz fliegen die Fetzen, ohne dabei aber je den Anstand voreinander zu verlieren. Daneben haben sich etliche freundschaftliche Beziehungen entwickelt. 

Was die Partie noch spezieller macht ist der bisherige Saisonverlauf. Hier der SV Gals, der die NLB lange Zeit nach Belieben zu dominieren schien. Momentan als Leader grüsst und die direkte Halbfinalqualifikation praktisch auf sicher hat. Auf der anderen Seite die Grenchner, für die es bisher eine schwierige Spielzeit mit vielen Rückschlägen ist. 

Nein, zufrieden mit dem Verlauf ist im Team niemand. Was ein guter Anfang ist. Denn es scheint wie im wahren Leben zu sein. Eine Situation, die viele aus dem Privatleben kennen dürften. Unzufrieden im Job. Unglücklich in der Beziehung. Oder eine Wohnsituation, die nicht befriedigend ist. Der einzige Unterschied ist dabei die "Lebenserwartung". Im Privatleben kommt bei vielen häufig die Rechtfertigung gegenüber sich selber, das Leben dauere schliesslich noch ewig, man könne sich doch noch ein wenig Zeit lassen, sich einige Monate oder Jahre durchbeissen oder sich eben einfach treiben lassen.
Im Sport sieht dies anders aus. Die wahre Lebenserwartung in der Schweiz liegt bei knapp 83 Jahren. Jene im Streethockey, auf höchstem Niveau spielen zu können, dürfte sich bei 10, maximal 15 Jahren bewegen. 

Verpatzte Saisons wiegen also schwerer, weil man schlicht nicht so viele Möglichkeiten besitzt, es in der folgenden Spielzeiten besser zu machen. 

Was beidem aber gemein ist, sind die Ansätze etwas daran zu ändern. Entweder man lehnt sich zurück und wartet darauf, dass es von selber besser wird. Sich die Veränderung von selber einstellt. Oder darauf vertraut, dass das Problem jemand anderes für einen löst.
Oder man nimmt das Schicksal selber in die Hand und ist selber die Veränderung. Sich bewusst wird, dass jeder der Schmied seines eigenen Glücks ist.

Der SHC Grenchen-Limpachtal scheint die zweite Variante vorzuziehen. Nach der Partie in Oberwil schien zwar noch vieles im Argen zu liegen. Doch danach folgten zwei starke Auftritte. Im Cupspiel gegen die erste Mannschaft, Zweitplatzierter der NLA, und eine Woche später gegen die Horgenberg Hammers, den Leader der NLB, lieferten die Jungs zwei beeindruckende Leistungen ab. Wobei weniger die Resultate, sondern die Art und Weise überzeugten. Frei nach dem Motto, es liegt an dir, was du aus deinem Leben machst. 

Nun steht dem Team also erneut der Leader der NLB gegenüber. Und mit dem SV Gals eine noch stärker einzustufenden Mannschaft als letzten Samstag die Zürcher. 

Zu verstecken brauchen sich die Jungs von Coach Rindlisbacher aber sicherlich nicht. "Wir wissen, zu was wir im Stande sind." Überlegt kurz, um dann nachzuschieben: "Wir haben in vielen Partien in dieser Saison bewiesen, dass wir fähig sind, alle Gegner in der NLB in den Griff zu bekommen. Jedoch bestraften wir uns mit kapitalen Aussetzern immer wieder selber und beraubten uns damit der Früchte unserer harten Arbeit." 

Dass genau dies am Samstag ausschlaggebend sein dürfte, liegt auf der Hand. Zu stark sind die Seeländer aufgestellt. Alle drei Linien können Tore schiessen und die Partie damit entscheiden. Für die Grenchner heisst dies, dass in der Defensive die Konzentration über 60 Minuten aufrecht erhalten bleiben muss. Und dass die "Special Teams", also die Über- und Unterzahlsituationen, genutzt, respektive schadlos überstanden werden. "Wer Spitzenspiele und enge Kisten für sich entscheiden will, muss den Untschied genau hier suchen" sagt der Coach.

Er weiss wovon er spricht, hat er das Überzahlspiel doch jahrelang in der ersten Mannschaft mitgestaltet und deswegen so manche bittere Niederlage einstecken müssen. Aber auch viele unvergessliche Siege gefeiert. Bleibt zu hoffen, dass seine Mannschaft sich dessen ebenso bewusst ist. Und das Glück in die eigenen Hände nimmt. Im Spitzenspiel vom kommenden Samstag. Und vor allem in eben diesen Special Teams.

Es scheint tatsächlich alles in den eigenen Händen zu liegen. 

NLB - Qualifikation
23.02.2019 - 14.00 Uhr - BSB+Arena Grenchen
SHC Grenchen-Limpachtal 2 - SV Gals 1