NLA: Feinschliff des Diamanten in Pilsen (CZE) 

Einmal mehr nutzt die erste Mannschaft des SHC Grenchen-Limpachtal die spielfreie Zeit in den Winterwochen für einen Ausflug nach Pilsen. Nicht aber um die schöne Altstadt oder die weltbekannte Brauerei zu besichtigen. Sondern um dem teilweise roh wirkenden Diamanten den entscheidenden Feinschliff zu verpassen. 

 

Pilsen ist zweifelsohne eine Reise wert. Wer schon mal dort war, wird dem Schreibenden hier sicherlich beipflichten. Für den SHC Grenchen-Limpachtal geht es in diesen Tagen aber nicht um eine schöne Städtereise. Traditionell bereitet man sich hier auf die zweite und entscheidende Saisonhälfte vor. In den letzten Jahren jeweils im Zuge der Pilsen Challenge, einem renommierten Streethockeyturnier in einem streethockeyverrückten Land.

Aber die Kulturhauptstadt Europas 2015 ist für unseren Verein mehr geworden, als eine sehenswerte Stadt oder ein hervorragendes Streethockeyturnier. Es ist die Heimat von Michal Slanec, einem der beiden ausländischen Verstärkungsspieler der ersten Mannschaft. Genau gleich, wie wir ihm zu beginn seiner Zeit bei uns stolz von unserer Schweiz, unserer Region und unserem Verein erzählten, ihm unsere Familien und Freunde vorstellten, holt der tschechische Nationalverteidiger dies jeweils im Februar in Pilsen nach. Und bringt so seinem Team seine Stadt, seine Heimat und seine geliebten Leute Jahr für Jahr etwas näher. 
Er kann dabei vor den Augen seiner ganzen Familie dem nachgehen, was er am Liebsten tut: Streethockey spielen. Seine Familie, die für ihn einen hohen Stellenwert geniesst. Von der er aber viele Monate viel zu weit entfernt lebt. Einmal im Jahr kann er in Echtzeit vor ihnen beweisen, dass der SHC Grenchen-Limpachtal ihn nicht umsonst transferiert hat. Und kann seinen Freunden und Verwandten dabei abseits des Hockeyfelds seine Mitspieler, die zu Kollegen wurden, vorstellen. Er macht dies ganz seinem Naturelle entsprechend: mit viel Freude, stolz und seinem ganz eigenen, ehrlichen Schalk. 

Dieses Jahr wird die Schweizer Nationalmannschaft als helvetischer Vertreter an der Pilsen Challenge teilnehmen. Deshalb reist der SHC Grenchen-Limpachtal nun einige Tage früher in die Brauereistadt um sich in Freundschaftsspielen mit tschechischen Spitzenteams zu messen. Es geht dabei nicht um das Resultat, sondern viel mehr um die Art und Weise, wie die Spiele verlaufen. Darum, sich in der Fremde anpassen zu können. Und schlussendlich von der hohen Qualität der Gegner profitieren zu können. Es geht darum, dem in dieser Spielzeit 2018/19 so wertvoll scheinenden, aber manchmal noch etwas glanzlos erscheinenden Diamanten von Mannschaft den perfekten Schliff zu verleihen. 

Es sind aber nicht nur die spielerischen Aspekte, die bei solchen Reisen ins Ausland entscheidend sind. Wer als Team erfolgreich sein will, der muss nicht die besten Einzelspieler in seinen Reihen wissen. Sondern viel mehr über das beste Kollektiv verfügen. Dieses entsteht durch einen gesunden Teamzusammenhalt, der die zweifelsohne guten Einzelspieler zusammenschweisst.
Dass solche Tage in der Fremde diesen Teamspirit fördern können, dafür sorgt der Gastgeber selber. Slanec höchstpersönlich ist darum besorgt, dass seine Mannschaft auch abseits des Spielfelds etwas von seiner so schönen und geliebten Stadt zu sehen kriegen. 

Dass dies mit einer Mannschaft des SHC Grenchen-Limpachtal eine einfache Sache ist, macht es nicht minder wertvoll. Vielmehr passt Michal genau solcher Dingen wegen perfekt in dieses Kollektiv, in diesen Verein. Darum wurde er so gut aufgenommen. Weil er das Spiel genau so liebt, wie alle anderen neben ihm in der Garderobe. Getreu dem Vereinsmotto: Aus Liebe zum Spiel!