NLB: Believe in you! 

Der SHC Grenchen-Limpachtal bezwingt die Oberwil Rebells im NLB-Spitzenspiel der Runde vor heimischem Publikum mit 5:2. Dabei zeigte das Team sehr viel Geduld - und einen lange verloren gemeinten Glauben an sich selbst und seine Möglichkeiten. 

 

Nach der Auftaktniederlage in Zug zu Saisonbeginn kam es in der vierten Runde der Meisterschaft nun bereits zum zweiten Aufeinandertreffen dieser beiden Mannschaften. Diesmal in der BSB+Arena in Grenchen. Statt Saisonauftaktspartie war es das Spitzenspiel der Runde. Zweiter gegen Dritter. Und mit David Fankhauser mit einem frischen Gesicht zwischen den Pfosten der Limpachtaler, das man in Grenchen - und der gesamten Streethockeyszene - jedoch nicht vorstellen muss. Der ehemalige NLA- und Nationalmannschaftstorhüter bestreitet diese Saison einige Partien für die zweite Mannschaft, da sich mit Raphael Born der Stammtorhüter verletzte, und man dem U18-Torhüter zwischendurch seine Regenerationspausen ermöglichen will. 

Die ersten beiden Drittel waren geprägt von den Leistungen der beiden Torhüter. Sowohl der Schlussmann der Oberwiler als eben auch David Fankhauser zeigten herausragende Leistungen, wehrten etliche Schüsse ab. Nach dem Führungstreffer der Oberwiler in der 12. Minute liess sich Dave Fankhauser nur in der 33. Minute noch einmal bezwingen. Dazwischen konnte André Kamm für die Hausherren die Partie ausgleichen. Und auch auf den neuerlichen Treffer der Oberwiler hatten die Grenchner eine passende Antwort. Mit dem Treffer von Philipp Wyss zogen die Limpachtaler noch vor der zweiten Pause wieder gleich.   

Es war eine intensive und spannende Partie, mit Chancen auf beiden Seiten. Schlussendlich mit mehr Spielanteilen für die Grenchner. Sie wussten immer wieder zu gefallen und kamen zu vielen Abschlussmöglichkeiten. Und genau das war der Punkt, der in der Pause auch angesprochen wurde. Geduldig sein, an sich glauben und weiter den eingeschlagenen Weg beschreiten. Ohne sich dabei aber zu verlieren in Lethargie, sondern etwas für den Erfolg, sein Ziel, zu tun. Die Entscheidung selber herbeiführen - und nicht andere für sich entscheiden lassen. 

Und das dritte Drittel zeigte auf, dass die Mannschaft das Vertrauen in sich hat. Sie hielten sich an das System, spielten konzentriert und konsequent weiter, suchten vorne ihr Glück. Als David Häberli in der 48. Minute zwei Treffer innert 20 Sekunden gelangen, war dies fast gleichbedeutend mit der Vorentscheidung. Nicht dass die Partie entschieden war. Zu schnell kann ein Spiel im Streethockey drehen, und zwei Tore sind in dieser Sportart eigentlich gar kein Vorsprung. Doch der Auftritt der Heimmannschaft beruhigte den Trainer. "Ich war mir nach dieser Doublette sicher, dass wir diese drei Punkte holen werden" sagte Coach Simon Rindlisbacher. "Nicht aufgrund des Vorsprungs, sondern aufgrund der Art und Weise, wie sich die Mannschaft präsentierte. Die Jungs blieben geduldig - im Wissen, dass nur noch 20 Minuten bleiben, um den Unterschied auszumachen. Kämpften weiter, blieben disziplinert. Und glaubten schlicht daran, dass es gut kommt. " 

Den Schlusspunkt setzte in der 59. Minute mit Francesco Faina ein Neuzugang. Mit seinem ersten Treffer im weiss-blauen Dress besiegelte er den Sieg definitiv. Verdient liess er sich von seinen neuen Mitspielern feiern. Eine schöne Situation, die aufzeigte, wie sehr die Mannschaft zusammenhält und neue Spieler integriert. 
Dass sich nicht weniger als 9 verschiedene Spieler in der Statistik ein Tor oder einen Assist gutschreiben liessen, zeigt die Ausgeglichenheit der Mannschaft. Noch erfreulicher ist die Tatsache, dass das Team nur eine (1!) kleine Strafe kassierte, was für die grosse Disziplin steht. Attribute, die eine erfolgreiche Gestaltung eines Spiels deutlich vereinfachen. 

Es ist nicht einfach, sich immer vor Augen zu führen, dass es weitergeht. Dabei an sich selber zu glauben, sich der eigenen Stärken bewusst zu bleiben und seinen eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Geduldig zu sein, ohne in Gleichgültigkeit zu verfallen. Und den Respekt nicht zu verlieren, nicht vor seinem Gegenüber, aber auch nicht vor sich selber. 
Doch wenn dieses Spiel etwas bewiesen hat, dann dass es sich lohnt. Dass die Chancen irgendwann kommen werden. Und man dann nur noch zuzupacken braucht und das Glück anzunehmen. 

Für die zweite Mannschaft geht es nun weiter mit dem Schweizer Cup. In der ersten Hauptrunde treffen sie dabei am kommenden Sonntag auswärts auf Phoenix Hägendorf. Anpfiff ist wie gewohnt um 14.00 Uhr.