NLB: The future is bright 

Die zweite Mannschaft bezwingt den SHC Bettlach auswärts in einem einseitigen Derby klar mit 11:1. Die Grenchner legten den Grundstein früh, führten bereits nach gut vier Minuten mit 2:0. Und doch mussten sich die Zuschauer bis zur 40. Minute gedulden, ehe die wahren Highlight des Spiels folgten. 

 

Es war eine fahrige Partie gegen den Absteiger aus der NLA. Von Beginn weg hatte man das Gefühl, sich in einem Schlafwagen auf den Schienen zu befinden. Alle scheinen irgendwie müde zu sein in den Abteilen, aber so richtig einschlafen kann trotzdem keiner. Das Spiel wirkte fahrig und träge. Und doch wussten die Grenchner aus der wenig überzeugenden Darbietung in Drittel eins Profit zu schlagen. Wenig inspiriert im Spiel - dafür kaltblütig im Abschluss. Mit einem Vorsprung von 5:0 konnten die Jungs um Doppeltorschütze Rohrbach durch die eigenen Fans hindurch in die Garderobe schreiten. 

Doch auch die mahnenden Worte des Trainers in der ersten Drittelspause schienen die Jungs nicht aufzurütteln. Der Appell, nicht nur so viel zu unternehmen wie es braucht, sondern das Bestmögliche aufs Feld zu bringen, verpuffte ziemlich rasant. Anders ist es nicht zu erklären, dass man dem Gegner bereits in der ersten Spielminute des zweiten Abschnitts - in Überzahl spielend - eine Einladung schenkte. Diese nahmen sie dankend an und erzielten mit einem Mann weniger den Anschlusstreffer nach einem unnötigen Konter. Es sollte der einzige Gegentreffer sein, den das gewohnt überzeugende Nachwuchstalent Nicola Jordi zuliess an diesem Nachmittag. Es ist bemerkenswert, mit welcher Ruhe und Konstanz der junge Torhüter seinen Vorderleuten das nötige und so wichtige Selbstvertrauen vermitteln kann.  
Positiv war indes die Reaktion auf den Gegentreffer. Noch in der weiterlaufenden Powerplaysituation war es Captain Wälchli, der wieder auf die alte Differenz von 5 Toren stellte. Ein weiterer Treffer in Überzahl war danach die wohl einzig weitere erwähnenswerte Situation in Abschnitt zwei. 

Es war schwierig, die Leistung nach 40 Minuten einzuordnen. Das Resultat durfte sicher positiv gewertet werden. Die Art und Weise, wie es zu Stande kam, jedoch nicht. Eine berauschende Partie sieht definitiv anders aus. 

Doch die Umstellungen in den Linien für das letzte Drittel brachten danach den so sehr gewünschten Schwung ins Spiel. Vier weitere Junioren gesellten sich nebst Nicola Jordi (17 Jahre) in die Aufstellung. Mit Sämi Kohli (17 Jahre), Nico Taboada (15 Jahre), Mike Schläppi (14 Jahre) und Beni Kohli (14 Jahre) verjüngte sich das Ensemble merklich. Die Jugendlichkeit war nicht zu übersehen. Sie versprühten nach anfänglicher Startnervosität pure Lebens- und Spielfreude auf dem Platz. Und sie rissen damit die ganze Mannschaft mit. Irgendwie sinnbildlich: die Jungs der Zukunft wischten die Tristesse der Gegenwart sprichwörtlich einfach weg. So schön kann Hockey sein, so schön kann das Leben sein. 

Den Höhepunkt erlebte die Stimmung auf der Bank der Grenchner beim perfekten Backhandpass von Beni Kohli in den Lauf von Rohrbach, der alleine auf den Torhüter stürmen und einschieben konnte. Das Lachen auf den Lippen des jungen, grossen Talents nach seinem ersten Skorerpunkt bei den Aktiven war schlicht unbezahlbar. Die ganze Mannschaft herzte ihn - und mochte ihn am liebsten gar nicht mehr loslassen.
Es wiederspiegelte den ganzen Tag perfekt. Manchmal braucht es nicht viel, damit ein gewöhnlicher Tag zu einem Freudentag wird. Eine kleine Geste, ein gutes Gespräch, eine unverhoffte Begegnung, oder eben einfach fünf Junioren, die eine ganze Mannschaft verzaubern. Nicht viel in den Augen von Aussenstehenden, eine Welt aber für die Angesprochenen.