Jahresbericht NLA: Die letzten Worte der scheidenden Legende 

Dem scheidenden Trainer der ersten Mannschaft gebührt die Ehre, auf die letzte Spielzeit zurückzuschauen. Eine Saison, die für fast alle Vereine als Erfolgsgeschichte in die Geschichtsbücher eingegangen wäre. 

 

Meine Worte zur Zwischenbilanz vor Weihnachten und der damit verbundenen Winterpause lauteten wie folgt: Alles in allem ein gelungener Saisonstart, bleibt zu hoffen, dass wir von Verletzungen verschont bleiben. Wir haben ein breites Kader, das uns hoffentlich dazu verhilft, die Leistungsbereitschaft bei allen noch ein wenig zu erhöhen. Durch die Kaderbreite muss ein gesunder Konkurrenzkampf entstehen und uns zu Höchstleistungen anspornen. Ich bin gespannt, und freue mich auf die nächsten Monate mit dem Team.

Leider wurden sie nicht ganzheitlich erhört, diese Worte. So viel bereits vorweg.

Bis zum Ende der Qualifikation konnten wir danach noch Siege zwei Siege gegen Kernerried und jeweils einen gegen Belp und La Chaux-de-Fonds holen.

Sicher speziell war unser Gegener im Viertelfinal Gegner des Cups. Das vereinsinterne Grenchenderby hatte bei Petrus aber wohl kein Gehör erhalten. Bei miserablen Bedingungen konnten wir uns durchsetzen und so in das Finalturnier des Schweizer Cups, das Final Four, einziehen.

Durch die Konstanz in der Meisterschaft hatten wir den 2. Schlussrang und somit eine ideale Position für die Playoffs auf sicher. In der Viertelfinalserie setzten wir uns schlussendlich klar durch, hatten aber doch etwas mehr Mühe als angenommen gegen aufsässige Kernenrieder.

Im Halbfinale wartetete mit Sierre ein ungleich stärkerer Brocken. Wir wussten, dass das Heimrecht wichtig sein dürfte. Die beiden Heimspiele gewannen wir mit starken Leistungen, während das Auswärtsspiel in Sierre zeigte, wie schnell wir zwei Klassen schlechter spielen können, wenn der Kopf und die Beine nicht komplett bei der Sache sind. Doch die beiden Heimauftritte öffnete uns die Türe zum Final, wo die Rebells aus Oberwil auf uns warteten.

Bevor diese finale Playoffserie aber anstand, wurde noch das Final Four ausgetragen. Dank etwas Losglück wurde uns mit den Seetal Amirals (1. Liga) sicher der potentiell schwächste Gegner zugeteilt, während der andere Halbfinal mit Sierre gegen Oberwil sicher hochkarätiger bestückt war.

Nichts desto trotz bereiteten wir uns erneut mit einem Training in Zug am Vorabend ideal vor. Den Cuptag bereits am Vortag zu beginnen ist sicher die beste Möglichkeit, die Konzentration ausschliesslich auf die anstehenden Spiele zu legen.

Das Spiel gegen Seetal war sicher nicht auf dem Niveau, das wir uns vorstellten. Schlussendlich gewannen wir die Partie mit 6:0 zwar klar und diskussionslos. Aber die gezeigte Leistung musste ein Weckruf sein. Dass ein zweiter, solcher Auftritt gegen Oberwil, das sich gegen Sierre nach Startschwierigkeiten klar durchsetzte, bei weitem nicht ausreichen würde, war klar.

Der Final am Abend war erneut ein wunderbarer Anlass: 1200 Zuschauer bei perfekter Organisation. Wir hatten einen  guten Start, konnten das Spiel offen gestalten. Leider hatten wir in den Entscheidenden Momenten die letzte Konsequenz oder Überzeugung nicht, um unsere Chancen, die absolut vorhanden waren, besser zu nützen. So verloren wir am Schluss diesen Final, konnten aber auf eine gute Leistung zurückschauen.

Jetzt stand der Playofffinal gegen den selben Gegner, die Oberwil Rebells, vor der Tür. Was unternimmst Du? Was sagst Du deinem Team? Nach dem Cupfinal konnte mit einem gewissen Optimismus in den Playoff Final gestartet werden, waren wir doch dort über weite Strecken auf Augenhöhe.

Leider kam alles anders. Die Finalserie ging mit zwei Niederlagen in zwei Partien und einem Torverhältnis von 21 zu 3 klar verloren! In beiden Spielen handelten wir uns jeweils bereits im ersten Drittel eine wahnsinnige Hypothek ein, die eine Aufholjagd gegen Oberwil fast verunmöglichte.
Im zweiten Spiel zu Hause mussten wir nach ordentlichem Start innerhalb von gerade mal dreineinhalb Minuten vier Tore hinnehmen. Die Luft war danach früh raus. Aber hey, es ist doch Playoff Final, da kannst Du doch nicht einfach aufgeben. Worte, Sprüche, Weisheiten. Egal was wir versucht haben, an diesem Tag hat dies an allem leider gar nichts verändert! Der Meisterkübel ging erneut diskussionslos und absolut verdient an Oberwil!

Fazit: Wir haben eine gute bis sehr gute Saison gespielt. In beiden Finalspielen dabei zu sein ist keine Selbstverständlichkeit. Die gewichtigen Ausfälle, die wir gegen Ende der Saison erlitten, konnten leider nicht kompensiert werden.

All denjenigen, die immer noch angeschlagen sind, wünsche ich an dieser Stelle gute Besserung.

An die Spieler welche letzte Saison neu nach Grenchen gekommen sind (Lu und Mauro), ihr habt dies wunderbar gemacht. Ihr habt neue Elemente ins Team gebracht. Ihr wart stets motiviert und interessiert. Ihr seit eine enorme Bereicherung für jeden Trainer - und natürlich fürs Team.

Kleine Ergänzungen noch zu Erwartungen und Zielen einiger Spieler. Jeder hier hat einen Job, hat nebenbei noch Sachen im Leben. Sei dies eine Lehre oder eine Weiterbildung, ein Ämtli im Verein. Und daneben natürlich noch ein Privatleben. Um in den Playoffs Oberwil schlagen zu können, braucht es eine Bereitschaft, mehr zu investieren als alle anderen. Kraft, Kondition, Koordination sind alles Punkte, die auch ohne Team trainiert werden können. Die Unterschiede im Team, einen Zusatzaufwand zu treiben, waren dieses Jahr klar zu gross! Jeder muss wissen, dass dieses Team schlagbar ist. Aber dann müssen die Karten im entscheidenden Moment auch bereit liegen und in der richtigen Reihenfolge liegen. Wenn es los geht, muss jede Karte ausgespielt werden können. Sind diese nicht an ihrem Platz oder nur halbwegs bereit, dann reicht dies nicht! Wer hohe Ziel hat, muss zwingend auch für diese arbeiten. Von selbst kommt nichts.

Leider habe ich mitbekommen, dass einige Spieler nächste Saison nicht mehr im Team sein werden, ihnen wünsche ich alles Gute. Und ich bedanke mich für teilweise 20 Jahre Streethockey in Grenchen!

Danken möchte ich besonders Markus für die wertvolle Unterstützung. Deine Sommertrainings und die Trainings in der Winterpause waren klasse. Ich hoffe, Du bleibst dem Team erhalten!

Weiteren Dank an den Vorstand, ihr macht einen ausgezeichneten Job.

Ein kleiner Blick in die Zukunft vielleicht noch zum Abschluss. Der Rest des Teams soll zusammenbleiben. Ich denke, dass dies der richtige Zeitpunkt ist um neue Elemente ins Team zu lassen. Dieser Entscheid fällt mir äusserst schwer, doch zwischendurch muss der Verstand das Herz überstimmen! Ich danke Euch allen für die Unterstützung und euer Engagement. Von der Zeit der letzten Saisons mit euch möchte ich keine Sekunde missen. Vielen Dank dafür!

Als ich vor 4 Jahren das Amt als Trainer übernommen habe fand die erste Saison auf Grossfeld statt. Von den acht möglichen Titeln konnten wir leider nur einen holen, den Cupsieg in Sierre gegen Oberwil. Ich bin fest davon überzeugt, dass mit neuen Ideen auf dem Feld noch mehr möglich ist. Aus diesem Grund werde ich das Traineramt abgeben und Platz für etwas Neues machen.
Dieser Entscheid ist mir nicht einfach gefallen, ist es doch schwierig, nach einer solchen Playoff-Niederlage halbwegs objektiv diesen Entscheid zu treffen.

Ich wünsche dem Team für die nächste Saison nur das Beste.

 

Stefan Kunz 
Coach 1. Mannschaft