Eine neue Spielzeit klopft an die Türe 

Iz isch dä Summer verbi, chum wirds häu - nachtäts ih. Nein, so weit ist es noch nicht ganz. Aber der Startschuss mit den ersten Spielen für die Streethockeyspieler rückt näher. Nicht dass die Jungs bisher untätig gewesen wären. Aber bis hierhin war die neue Saison mehr Krampf denn Lust. 

 

Es ist einige Zeit vergangen seit den letzten Spielen der abgelaufenen Saison. Und die Zeit scheint endlich gekommen zu sein, dass die Neue beginnt. Nach den Sommertrainings der einzelnen Mannschaften, die hauptsächlich auf Rasen oder unbefestigten Wegen statt gefunden haben, steht bald der Wechsel auf den geliebten Hartbelag in der BSB+Arena an. Und somit auch der Wechsel zur Lieblingsbeschäftigung eines jeden einzelnen Hockeyspielers. Den Anfang macht dabei die zweite Mannschaft, die heute Dienstag in Grenchen ihre erste Trainingseinheit bestreitet. 

Es ist eine Saison, die für den SHC Grenchen-Limpachtal mehr ist als eine normale Spielzeit. Nein, wir wissen heute noch nicht, wie sie ausgehen wird. Wir können euch hier an dieser Stelle keinen Titel in Aussicht stellen. Weder bei den Junioren, noch bei den Aktiven oder den Damen. Wir wissen nicht, wohin der Weg die Mannschaften der Ausgabe 2019/20 führen wird. Weniger noch, wir wissen nicht einmal wie die Wege aussehen werden. Steinig und steil? Neblig und unberechenbar? Oder schöne Panoramawege mit vielen atemberaubenden Bildern?
Es ist wohl auch besser so, dass wir nicht in die Zukunft blicken können. Es würde das Leben zu stark verändern, es schlicht dem Schönsten berauben, was es zu bieten hat. Nämlich die Zeit sowie die Tatsache der Überraschungen.
Was wäre, wenn wir bereits im Voraus wüssten, was mit uns geschehen wird und was uns in der Zukunft erwartet? Wir würden das Leben, das ausschliesslich in der Gegenwart stattfindet, wohl gar nicht mehr geniessen. Weil wir entweder Angst hätten davor, was uns heimsuchen wird. Oder wir uns nur auf die Zukunft und das darin versprochene freuen. Und die Gegenwart, das eigentliche Leben, in den Hintergrund rücken würde. Obwohl wir alle aus eigener Erfahrung wissen, wie schön sich dieses doch anfühlen kann - diese Zeit im hier und jetzt, die wir nur einmal haben. 
Dass Elemente teilweise wie aus heiterem Himmel in dein Leben treten, macht es vielleicht nicht einfacher. Aber definitiv schöner. Irgendwie ein Stück lebenswerter. Im wahrsten Sinne des Wortes. 

Nein, es ist gut, wie es ist. Und dies unterstreichen auch diverse Floskeln, denen sich vor allem Trainer aus unterschiedlichsten Sportarten immer wieder bedienen. Wie beispielsweise "Wir nehmen Spiel für Spiel". Was so einfach und logisch tönt, ist genau diesem Leben in der Gegenwart geschuldet. Und soll auch den Grenchner Mannschaften aller Altersstufen in der laufenden Saison als Mahnung mit auf den Weg gegeben werden. 

Das hier und jetzt geniessen. Diese Momente nicht nur zu erleben, sondern die Geschehnisse versuchen zu beeinflussen, ja gar zu bestimmen. Wer sich vor dem Sommertraining im Wissen drückt, dass es später auf dem Platz mit Stock und Ball mehr Spass machen wird, dem wird dort die nötige Kondition fehlen. Wer während der Saison leichtfertig Spiele verloren gibt, dem können in der Endabrechnung wichtige Punkte fehlen, um sich eine bessere Ausgangslage für die Playoffs zu schaffen. Und wer nach der Qualifikation bereits abhackt und das Gefühl hat, es werde schon alles im gleichen Stil weitergehen, der wird früher als nötig seine Quittung erhalten. 

Für unseren Verein steht in den kommenden zwölf Monaten vieles an. Die erste Mannschaft, die mit einem neuen General an der Bande in die Saison starten wird. Das Jahr eins nach der Ära von Stefan Kunz dürfte kein einfaches Unterfangen werden. Die zweite Mannschaft, die in eine komplett veränderte NLB aufbrechen wird und die letzte Saison definitiv hinter sich lassen will. Die Junioren A, die nach der schwierigen Saison personell aus dem Vollen schöpfen können und sich einiges vorgenommen haben. Die Junioren B, die ihre Medaille nur zu gerne bestätigen würden. Die Junioren C, die mit Nicolas Tschirren einen neuen, ganz jungen Coach mit frischen Ideen erhalten.
Und nicht mehr die Jüngsten sind. Denn neu wird der SHC Grenchen-Limpachtal eine Junioren D Mannschaft stellen. Ein Resultat, das dank der Streethockeyschule erst möglich wurde. Darauf freuen wir uns nicht nur. Nein, wir sind auch mächtig stolz, bei den ganz Kleinen mitmischen zu dürfen. Und es sei hier verraten: es wird definitiv eine Reise wert sein, ein solches Turnier einmal zu besuchen. Bei diesen kleinen Talenten ist das Spiel noch in seiner ursprünglichsten und ungeschönten Form zu sehen. Ein Ball, Stöcke, Handschuhe und Helme - mehr brauchen sie nicht, um puren Spass zu haben und mit ihren lachenden Gesichtern die Menschen rundherum anzustecken. 

Eine andere Neuerung ist bereits am Laufen. Denn die Damenmeisterschaft, bei der unser Verein dieses Jahr auch erstmalig mitmischt, findet in den Sommermonaten und azyklisch zu den anderen Meisterschaften statt. Dass unsere Ladies keine Anlaufschwierigkeiten benötigen, haben sie bereits beim ersten Turnier angedeutet. Die ausgezeichnete Ausgangslage für das Finalturnier haben sie sich mit ihren Auftritten auf souveräne Art erarbeitet. Es bleibt abzuwarten, ob die eingehende Frage nach einem Titel also bereits am 25. August in Sierre beantwortet werden kann.  

Hinzu kommen mit dem Güggelifest und dem Skiweekend zwei Anlässe, die sich tief im Verein verankert haben. Während die Vereinsmitglieder beim Güggelifest am 30. November 2019 in Limpach ihre Gäste als Köche, Servicemitarbeiter oder Barkeeper verwöhnen, dürften sie sich beim Skiweekend eher um ihre eigenen Bedürfnisse abseits der Hockeyplätze kümmern. den Vereinsgeist pflegen, auf Skis und Snowboard die Piste erkunden, im Iglu oder dem Liegestuhl am Pistenrand philosophieren und viel lachen. Dabei dürfte wohl auch dieses Jahr die eine oder andere lustige Geschichte geschrieben werden. 

Ein grosses Highlight für den Verein wird aber erst nach dem Ende der Saison folgen. Dann nämlich, wenn er sich selber feiern darf. Im Jahre 2020 wird er 30 Jahre alt, was mit einem Fest gebührend gewürdigt wird.
Was für Frau und Mann ein magischer, aber nicht immer einfacher Moment ist, erscheint für den Verein als pure Bestätigung. Die Drei auf dem Rücken tragen zu dürfen - und auf eine grossartige Geschichte zurückschauen zu können. Dabei aber auf eine rosige Gegenwart stolz sein können. Sicherlich, die drei Schweizer Meister Titel in Serie liegen einige Jahre zurück. Aber auch in den vergangenen Spielzeiten konnten fleissig Titel gesammelt werden. Vier Cupsiege und einen Meistertitel in der NLB im letzten Jahrzehnt ist ein starker Leistungsausweis. Dazu kommt eine eine gesunde Juniorenabteilung, die eine Breite wie wohl nie zuvor aufweist. Sie ist der Grundstein für die nächsten 30 Jahre. 

Ja, wir freuen uns auf eine grossartige Saison 2019/20. Mit hoffentlich vielen Höhepunkten. Mit vielen schönen und unvergesslichen Momenten. Zeit, die wir in der Gegenwart geniessen wollen - und ab und an ein wenig zurückschauen und in Erinnerungen schwelgen. Was uns in Anbetracht des anstehenden Geburtstags niemand verübeln darf.
Zeit und Momente, die wir gerne mit unseren treuen und begeisterungsfähigen Fans und Sympathisanten teilen möchten. Mit unserer Familie, die Grossfamilie des SHC Grenchen-Limpachtal.