NLB: Die letzten Worte in einem turbulenten, aufreibenden Kapitel 

Die zweite Mannschaft verliert auch das zweite Halbfinalspiel der Best-of-Three Serie und scheidet damit frühzeitig aus den Playoffs aus. Die Mission Titelverteidigung ist damit gescheitert. Klarer als gehofft, aber schlussendlich der kompletten Saison entsprechend. 

 

Die Grenchner starteten denkbar schlecht in die Partie, verschliefen den Beginn komplett. Der Trainer schien den richtigen Ton in der Garderobe nicht gefunden zu haben. Anders scheint es nicht erklärbar, wie die Spieler das Spiel eröffneten. Nach gut drei Minuten stand es bereits 0:3 aus Sicht der Grenchner. Zurückzuführen in erster Linie auf eine passive und fehleranfällige Heimmannschaft. Eine Hypothek, die schlussendlich zu gross war. Bis zum Ende der Partie.


Dass kurz vor der Pause gar noch das 0:4 fiel, passte ins Bild. Als man endlich das Gefühl hatte, auch die Heimmannschaft habe ins Spiel gefunden, zappelte der Ball wieder im eigenen, statt im gegnerischen Gehäuse. Zur Randnotiz wurde dabei, dass in einer ohnehin dünn besetzten Abwehr noch zwei wichtige Stützen in den ersten zehn Minuten verletzt raus mussten und die Linien so schon früh durcheinander gewirbelt wurden. 

Abhacken, nach vorne schauen und alles besser machen. Gesagt - getan. Und als Ronny Beeri in der 27. Minute endlich der Anschlusstreffer gelang, erhofften sich viele, dass nun der Bann gebrochen sei. Endlich die Bälle den Weg ins Tor finden sollten. Was sie auch taten, aber wiederum auf der "falschen" Seite. Die Galser zeigten sich eiskalt im Abschluss. Und sie erarbeiteten sich das nötige Glück mit ehrlicher Arbeit. Nach wiederum vier Gegentreffern fand man sich nach 40 Minuten und einem 1:8 Rückstand wieder in der Garderobe. 


In genau jenem Raum, in dem die letzten zwei Drittel in falsche Bahnen gelenkt wurden. Doch die Mannschaft zeigte ein weiteres Mal grosse Moral. Trotz einem beinahe ausweglos erscheinenden Resultat krempelten die Jungs nochmals die Ärmel zurück. Schreiteten mit erhobenen Häuptern auf den Platz, und kämpften sich zurück in die Partie. Bis zur 53. Minute kam die Truppe um Captain Wälchli bis auf 4:8 heran. Und auf den Galser Treffer zum 4:9 kamen postwendend zwei Weitere für die Grenchner hinzu. Nur noch 6:9 - und noch dreieinhalb Minuten zu spielen.
Das Heimteam setzten nun alles auf eine Karte, ersetzte den Torhüter durch einen zusätzlichen Feldspieler um das Glück zu erzwingen. Aber es hätte nicht zu diesem Tag gepasst - wären es nicht die Galser gewesen, die noch zwei Treffer ins verwaiste Grenchner Tor erzielten. Roman Isch und Roman Bütikofer waren sich auf Seiten der Limpachtaler nach dem Spiel einig: "Wir hätten heute drei Stunden spielen können, wir hätten nicht gewonnen."

Schlussendlich bleibt nach diesem Samstag nichts anderes übrig, als neidlos anzuerkennen, dass die Galser über die Halbfinalserie, und die ganze Saison, betrachtet, die komplettere und kaltblütigere Mannschaft stellten. Und sich so hoch verdient für den Final qualifizierten. 


Für die zweite Mannschaft des SHC Grenchen-Limpachtal sind somit die letzten Worte im Kapitel Saison 2018/19 geschrieben. Es war keine einfache Saison. Es war ein unübersichtlicher Weg - häufig im Nebel liegend. Über Stock und Stein, entlang von unendlich schönen Landschaften und mit atemberaubenden Ereignissen. Aber auch gespickt mit Rückschlägen, wackligen Gratwanderungen und Abstürzen.

"Ig bi ä schlächtä Verlürer." Nein, nicht sportlich. Beim SHC Grenchen-Limpachtal mag es den Galsern jeder gönnen, haben sie sich für die Finalserie qualifiziert. Anders sind die Bilder nach Abpfiff der Partie nicht zu deuten. Die herzlichen Glückwünsche beim Shakehands, die Umarmungen und das lange philosophieren zusammen ausserhalb der Bandenanlage.
Aber gefühlsmässig. Für viele wird es länger anhalten, dieses Gefühl der Leere. Für einige ist es schlicht schwieriger, sich von geliebten Dingen zu verabschieden, das Buch nach dem Ende des Kapitel einfach schliessen und weglegen zu können. Und für andere war es gar das letzte Spiel von grossen und langen Karrieren. Für sie ist es nicht nur das Ende des Kapitels, sondern des kompletten Buchs.
Ein happy End hätte man beiden gegönnt. Den schlechten Verlierern am Ende ihres Kapitels, aber ganz besonders auch denjenigen, die am Ende des Buchs angekommen sind. Ihr Buch endet mit einer Enttäuschung. Alle anderen dürften zumindest die Hoffnung auf Besserung im nächsten Kapitel hegen. Darauf hoffen, dass Hoffnung besteht. Auf ein Happy End. Wann auch immer.