Sein oder Nichtsein - das ist hier die Frage! 

Der SHC Grenchen-Limpachtal steht vor einem entscheidenden Wochenende. Dabei passt das Zitat des Hamlet, womit er in der nach ihm benannten Tragödie seinen weltberühmten Monolog beginnt, perfekt. Und dies hoffentlich im Trio.  

 

"Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage" sinniert Hamlet dabei darüber, dass er vor entschlossenem Handeln scheu hat, weil er trotz seiner Todessehnsucht und seinem Weltschmerz Angst vor dem Tod hat. Die Zerrissenheit der Figur wird in diesem Monolog auf einzigartige Art und Weise dargelegt. 

Im Gegensatz zu Hamlet haben die Jungs des SHC Grenchen-Limpachtal keinen Grund zur Zerrissenheit. Die erste Mannschaft hat letzten Sonntag eindrücklich vorgelegt und liegt in der Halbfinalserie mit 1:0 in Front. Bereits morgen Samstag können sie in Sierre mit einem Sieg die Finalqualifikation auf dem direktest möglichen Weg klar machen. 
Die zweite Mannschaft hat zwar die erste Partie in Gals knapp verloren. Dabei aber aufgezeigt, dass mit ihr zu rechnen ist. Ein starkes Startdrittel und ein unbändiger Wille hat den Galsern alles abverlangt, bevor man sich am Schluss seiner Siegeschance selber beraubte. 

Beide Mannschaften können morgen aber mit einem guten Gefühl in ihre Partien starten. Logisch, mit unterschiedlichen Vorzeichen. Während die erste Mannschaft darf, muss die zweite Mannschaft gewinnen. 


Wobei die Aussage für die erste Mannschaft durchaus gewagt erscheint. Wer mit dieser Mentalität ins Wallis reist, für den wird die ohnehin ungemein schwierige Partie bei den heimstarken Sidersern zum Himmelfahrtskommando. Zudem wäre es schlicht ein Spiel, das an russisches Roulette erinnert. Während dort die eine Kugel im Colt das eigene Verderben für den abdrückenden bedeuten kann, wäre es im zweiten Halbfinalspiel eher fahrlässig, auf die anderen fünf Kugeln zu verzichten, sich somit selber fünf Chancen zu berauben und sich praktisch vollends auf das Glück zu verlassen. 

Die Walliser sind bekannt als begeisterungsfähige Mitmenschen. Ganz getreu diesem Naturell gilt die Mannschaft der Sonnenstädter als Stimmungsteam. Passt für sie in einem Spiel nicht viel zusammen, können sie damit 60 Minuten hadern und sich im wahrsten Sinn selber schlagen. Läuft es aber für die Siderser, so können sie sich auch in einen veritablen Rausch spielen. Dass dies dem SHC Grenchen-Limachtal bei einer Niederlage am Samstag in einem allfälligen dritten Spiel am Sonntag nicht entgegen kommen dürfte, scheint klar. Entsprechend kann die Parole eigentlich nur lauten "Wir reisen ins Wallis - und holen uns den Sieg". 


Die Sorgen des Trainers sind zwar nicht unbedingt kleiner geworden. Die Verletztenliste ist nach wie vor lang. Der Auftritt vor Wochenfrist beruhigt doch ein wenig. Indem man bewiesen hat, dass die Mannschaft bereit ist, den Kampf der Playoffs anzunehmen. Und auch fähig ist, schwierige Partien für sich zu entscheiden. 

Für die zweite Mannschaft sieht die Gemütslage auf den ersten Blick indes deutlich weniger komfortabel aus. Nur noch eine Niederlage ist man vom Saisonende entfernt. Oder aber nur zwei Siege vom Final. Eine reine Frage der Betrachtungsweise, analog dem berühmten Glas, das zur Hälfte gefüllt ist.
Die Grenchner müssen ihr Heimspiel für sich entscheiden, wollen sie die alles entscheidende Belle am Sonntag erzwingen. Und sich somit an einem Wochenende zwei Endspiele erspielen. 

Dass die Mannschaft nicht gewillt ist, die Segel frühzeitig zu streichen, hat sie letzten Sonntag im letzten Drittel bewiesen. Unbeeindruckt vom Spielverlauf blieb der Wille und der Glaube stets in den Köpfen. Und die Beine gehorchten. Im Training wurde diese Woche gut gearbeitet und das vergangene Spiel nochmals analysiert. Mit der einfachen Erkenntnis: Wir können es. Wir wollen es. Also tun wir es. 


Loslassen schmerzt. Erst recht, wenn es etwas ist, das man liebt. "Ig bi ä schlächtä Verlürer" sang bereits Büne Huber. Und meinte dabei weniger das Verlieren im Spiel, denn das Verlieren von etwas Geliebtem.
"Aus Liebe zum Spiel" ist nicht zufällig das Vereinsmotto. Es hat manche Mannschaft in teils ausweglosen Situationen begleitet. Zurück auf die Siegerstrasse - bis auf den Olymp. Wenn die beiden Teams nun etwas verbindet, dann dürfte es die Bereitschaft sein, für ihre gemeinsame Liebe alles zu unternehmen. Dass diese am Leben erhalten wird. Der Traum weiterleben darf. Und der Weg weiter beschritten werden kann. Der steinige, emotionale, aber so wunderschöne und einzigartige Weg der Playoffs. 


Mit den Worten "Dass wir die Übel, die wir haben, lieber Ertragen als zu unbekannten fliehen. So macht Bewusstsein Feige aus uns allen; Der angebornen Farbe der Entschliessung wird des Gedankens Blässe angekränkelt" beginnt Hamlet seine letzten Zeilen. Dass Hockeyspieler nicht unbedingt als Shakespeare-Fans gelten, darf in diesem Zusammenhang als gutes Omen betrachtet werden. Die Chance ist somit gross, dass sie dieses Zitat nicht kennen mögen. Den Beweis aber, dass sie diesem mit aller Vehemenz entgegentreten können und wirklich alles dagegen unternehmen wollen, diesem Übel des Ausscheidens zu entfliehen, ihr Bewusstsein alles andere als feige ist und die Gedanken nicht blass sind, sind sie noch schuldig. Noch.  

 

NLA: Playoff Halbfinale, Spiel 2
Samstag, 13. April 2019 14.00Uhr in Sierre
Sierre Lions - SHC Grenchen-Limpachtal

NLA: Playoff Halbfinale, Spiel 3 (ev.)
Sonntag, 14. April 2019 14.00Uhr in der BSB+Arena in Grenchen
SHC Grenchen-Limpachtal - Sierre Lions

 

NLB: Playoff Halbfinale, Spiel 2
Samstag, 13. April 2019 14.00Uhr in der BSB+Arena in Grenchen
SHC Grenchen-Limpachtal - SV Gals

NLB: Playoff Halbfinale, Spiel 3 (ev.)
Sonntag, 14. April 2019 14.00Uhr in der Tschilar Baut Arena in Gals
SV Gals - SHC Grenchen-Limpachtal